Eine kurze Bitte an alle Dummybegeisterte:

Bitte verwendet uns zur Verfügung gestellte Reviere VOR und NACH Seminaren/Prüfungen nicht ungefragt als Trainingsgelände.
Wir sind froh um jedes Revier, das wir nutzen können bzw. dürfen und wollen diese Möglichkeiten auf diese Art und Weise nicht verlieren. Es ist nicht leicht geeignete Reviere zu finden, in denen wir (immer mal wieder) Veranstaltungen durchführen können.
Wir bitten um Euer Verständnis!

Dummy-Seminar mit Marion Kuhnt
von Nadine Rudorf

Pünktlich zu Beginn der Osterferien (31.03./01.04.2012) warf ich meinen Hund samt Gepäck in’s Auto und uns zusammen auf die volle Autobahn. 

Ganz anders aber als die meisten habe ich leise, aber sehr bestimmt, dafür gebetet, die Sonne bitte mit ein paar Wolken abzudecken und an der Temperaturspirale ein bisschen nach unten zu drehen.

Labrador-Retriever

Kurz: Ich habe um Retriever-Wetter gebeten. Denn wir waren nicht auf den Weg in den Urlaub, sondern zu einem Dummyseminar mit Marion Kuhnt. Fast jeder Retrieverbesitzer wird das Phänomen ja kennen: Alles über 2 Grad ist Frühling. Mehr als 10 Grad deuten auf den beginnenden Hochsommer hin. Umso schöner war es, dass wir uns dann bei knapp 7 Grad eingependelt haben.

Die BZG hat 2 Termine angesetzt. Der Termin am 31.03. war für die A (nfänger) bestimmt, am 01.04. duften dann die F (ortgeschrittenen) und O (ffenen – auch bekannt als O-h wie toll die das schon können)-Hunde an die Arbeit.

Nach realistischer Bestandsaufnahme unseres Könnens habe ich mich für die Anmeldung in der Anfänger-Gruppe entschieden und wurde im Laufe des Tages auch darin bestätigt: Es passte!

Angekommen im Gelände gab es ein großes Hallo – einige kannten sich bereits persönlich, andere aus diversen Foren.
Wer sich nicht kannte wurde bekannt gemacht.

Insgesamt war es eine sehr sympathische Gruppe von 8 Hund-Mensch-Teams. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde mit Marion ging es auch schon ab in das Gelände und zur ersten Aufgabe: Eine einfache Markierung ein Stück den Hang hinauf mit Abfrage der Fußarbeit und Leinenführigkeit. Da es „einfache“ Markierungen ja grundsätzlich nicht gibt, hat es mich nicht überrascht, dass mein Hund erst einmal ein Stück über’s Ziel hinausgeschossen ist. Fußarbeit war ebenfalls nur so lala. Nun kenne ich ja meinen Hund schon eine Weile und weiß, dass sich auch bei ihm erst mal die Aufregung legen muss. Marion hat mir und auch allen anderen Teilnehmern ein paar schöne Tipps mit auf den Weg gegeben, wie wir die Erwartungshaltung beim Hund herunterschrauben können. Denn den anderen Teilnehmern ging es nicht viel anders.

Bei der zweiten Aufgabe haben wir uns einen Voran-Punkt aufgebaut. Startpunkt war am unteren Rand einer Wiese. Diese ging man zusammen mit dem Hund in einer geraden Linie hoch, direkt auf den Waldrand zu. Die Entfernung betrug 40 – 50 Meter. Der Waldrand bestand aus vielen Sträuchern, kleineren Bäumen, viel Gestrüpp und war somit für die Hunde ein sehr starker Geländeübergang. Man ging noch ein Stückchen rein in den Wald – alles unter Aufopferung für den eigenen Hund, denn ein paar Zweige und Äste sind mir als bekennende Grobmotorikern etwas nahe gekommen – und ein Helfer legte für den Hund sichtig ein Dummy aus. Umdrehen, in einer geraden Linie zurück an den Startpunkt, Hund ausrichten und mit „Voran“ auf das Dummy schicken. Diese Aufgabe haben alle Hunde ganz toll gemeistert und die meisten Teilnehmer entspannten sich sichtlich. Weiter ging es mit einer Markierung den recht steilen Hang hoch. Auf diese beiden, den Hunden jetzt bekannten Punkte, haben wir den Tag über die Hunde immer mal wieder geschickt.

Aber erst einmal stand eine zünftige Pause an. An dieser Stelle vielen, vielen Dank an die wahnsinnig tolle Betreuung an diesem Tag! Wir wurden verwöhnt nach Strich und Faden – es gab Kaffee in allen Variationen, deftige Suppen, frisch belegte Brote und einiges mehr. Alle waren aufgewärmt, gut genährt und vielleicht ein ganz kleines bisschen schlapp, als es dann weiterging.

Nach der Pause haben wir uns ein wenig am Einweisen versucht. Wir haben die alten Fallstellen genutzt und die Hunde jeweils Voran, Rüber oder auch Back auf die grünen Säckchen geschickt. Immer begleitet von Marion und ihren Tipps, die jeden Hund zum Erfolg gebracht haben.

Zum Abschluss gab es noch 2 besonders spannende Aufgaben: Eine Markierung, vor der ein Rabbit-Dummy ausgelöst wird – man glaubt gar nicht, wie diese Flitschedinger das Interesse der Hunde wecken – und einen 2er Walk-Up, bei dem jeweils ein Hund eine Markierung auf der offenen Wiese arbeiten durfte, während der andere Hund nach links wieder Voran den Hang hinauf zur alten Fallstelle geschickt wurde.

Es war ein unglaublich schöner Tag, an dem ich wieder viel gelernt habe, nette Leute kennenlernen durfte und nach dem mein Hund 2 Tage nur noch schlafen wollte. Ein Highlight ist ja immer, wenn die Trainerin dann mal die eigenen Hunde aus dem Auto holt und arbeiten lässt. Marion: 1 Jahr, dann hab ich Dich (Ha! Kleiner Scherz!). Nein ernsthaft – es war wirklich beeindruckend zu sehen, wie führig unsere Retriever sein können und wie sie auch auf weite Distanzen noch unsere Hilfestellung annehmen. Persönlich war es mein zweites Seminar bei Marion und sicherlich nicht mein letztes!

Vielen Dank an die BZG Oberbayern und insbesondere die Sonderleiterin Sammy Christ für das „Auf-die-Beine-stellen“! Jeder Kilometer Anfahrt hat sich mindestens doppelt ausgezahlt!


Nadine Rudorf mit ihrem Labrador-Retriever Tobi

Nadine Rudorf mit ihrem Labrador-Retriever Tobi

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