Eine kurze Bitte an alle Dummybegeisterte:

Bitte verwendet uns zur Verfügung gestellte Reviere VOR und NACH Seminaren/Prüfungen nicht ungefragt als Trainingsgelände.
Wir sind froh um jedes Revier, das wir nutzen können bzw. dürfen und wollen diese Möglichkeiten auf diese Art und Weise nicht verlieren. Es ist nicht leicht geeignete Reviere zu finden, in denen wir (immer mal wieder) Veranstaltungen durchführen können.
Wir bitten um Euer Verständnis!

Carlos - der Showgolden, der auch jagdlich kann

Annette Seum hat mit Barrier’s Golden Companero Carlos die Prüfung nach dem Schuss beim JGHV Niederbayern-Rottal e.V. bestanden - und das  als Suchensieger. Diese Prüfung stellt höchste Anforderungen an den bereits jagdlich erfahrenen Gebrauchshund.

 

Carlos

Sie legt besonderen Wert auf die Arbeit nach dem Schuss und die Ruhe unserer Jagdhunde. Deshalb sind auch nur Jagdhunde zugelassen, die bereits eine bestandene VGP, RGP, VPS oder eine VSwP nachweisen können und am Prüfungstag mindestens 24 Monate alt sind.

Annettes Bericht vom Wochenende

Erster Prüfungstag, Treffpunkt 14 Uhr, 30 Grad – mit einigen Wasserkanistern sind wir zitternd (ey Leute… neeee, das brauch man echt nicht noch mal – und das Schlimme daran ist: ich mach das auch noch FREIWILLIG) aufgeschlagen.

Fach: Schweißarbeit (die Königsdisziplin)
VSwP, Mindeststehzeit 20 Stunden, 1000 m, 3 Haken. Geprüft wird nach der gültigen VSwPO.
=> Carlos war der Hammer, ehrlich! Bis ca. 800-850m ist er gelaufen wie eine Eins. Dann hatten wir einen Abruf. Bis dahin war er nach Aussagen der Richter der beste Hund des Tages auf der Fährte (am Vormittag liefen auch noch 3 Deutsch Drahthaare die VSwP). Carlos war stehend k.o. (ich auch!)
Fazit: II. Preis – hierauf bin ich besonders Stolz!

Fach: Bringtreueprüfung
Eine bestandene Bringtreueprüfung am Fuchs wird laut beigefügter Bescheinigung des Hundeführers übernommen.
=> Entspannung – es konnte also nix passieren, denn die hatten wir ja schon im letzten Jahr absolviert

Fach: Verhalten am Stande während eines Waldtreibens
Der Hund muss sich unangeleint sitzend oder abgelegt neben seinem Führer aufhalten und während des gesamten Treibens absolut ruhig verhalten. Im Trieb werden Schüsse abgegeben und pro Hund ein Stück Haarnutzwild ausgelegt. Sobald sich die Treiberwehr auf Höhe des jeweiligen Hundeführers befindet, müssen vom Führer zwei Schrotschüsse abgegeben werden. Am Ende des Treibens bestimmen die Richter die Reihenfolge des Verlorensuchens der Stücke.

=> Alles roger – gab nix zu meckern.

Danach war der erste Tag „schon“ vorbei und wir konnten mit unserem Goldstück mehr als zufrieden nach Hause fahren.

Zweiter Prüfungstag – Treffpunkt 9:00 Uhr – der Planet „schwülte“, 25 Grad.

Fach Haarwildschleppe:
Bringen von Hase oder Kanin im Wald: Länge der Schleppe 600 m, 3 Haken. Beim Sichtigwerden des mit dem Schleppwild zurückkommenden Hundes muss der Führer auf Anordnung des Richterobmannes einen Schuss abgeben. Der Hund darf bei dieser Ablenkung das Schleppstück nicht fallen lassen, sondern muss ohne Einfluss des Führers das Stück zutragen.
=> Läuft 

Fach: Verlorenbringen von zwei Stück Federwild
Zwei Stück Federwild (Fasan, Huhn oder Ente) werden in einem Acker mit Deckung (Rüben, Raps, Altgras usw.) ohne Schleppe ausgelegt. Der Hund darf das Auslegen der Stücke nicht eräugen.

Ein Stück liegt bei einfacher, das zweite Stück bei doppelter Schrotschussentfernung.
Der Hund muss von einem durch die Richter bestimmten Punkt zur Freiverlorensuche geschickt oder eingewiesen werden um beide Stücke zu finden und selbstständig zu bringen.
Vor dem Schnallen des Hundes sind vom Führer zwei Schrotschüsse abzugeben. Bei Abgabe der Schrotschüsse hat sich der Hund absolut ruhig zu verhalten.

=> Puh, hatte kurz geschluckt, als er zuerst das kurze Stück holte und ich ihn dann über die alte Fallstelle pushen musste – hat er aber fein gemacht.

Fach: Verlorensuchen einer Ente im deckungsreichen Gewässer
Eine Ente muss aus Schilfwasser, das durch mindestens 30-50 m freies Wasser vom Land getrennt ist, apportiert werden. Ist der Hund auf dem Rückweg, um seinem Führer das Wild zuzutragen, wird ein Schrotschuss auf das Wasser abgegeben und eine weitere Ente seitlich vom Hund auf das offene Wasser geworfen. Der arbeitende Hund soll sich nicht ablenken lassen und sich die Fallstelle der zweiten Ente merken. Sobald er die erste Ente ausgegeben hat kann er zum Bringen der zweiten Ente geschickt werden.

=> Kurzer Herzaussetzer, als er nach der geworfenen Ente schaute… er wird doch nicht…?? … nein, Glück gehabt, er hat wirklich nur markiert und das erste Stück Wild brav heimgebracht.

Ois guad – hoad subba g’bassd!

Carlos

Fach: Bringen einer Ente über ein Gewässer auf einer Schleppspur
Am gegenüberliegenden Ufer wird ein Anschuss mit Federn der Ente markiert und eine Schleppe mit einer Länge von 100 m gezogen. Von der Markierung aus muss der Hund die Schleppe aufnehmen und selbständig bringen. Ein Hund kann maximal dreimal angesetzt werden.

=> Das letzte Fach und unser größtes „Bibberfach“! Ist halt doof wenn man zwei Wochen vor der Prüfung bemerkt, dass der Hund nur noch auf Markierungen schwimmt, da Frauchen so blöd war, ihn halt mit tollem Spielzeug einfach nur mal so schwimmen zu lassen. Jaaa, ist ja gut Leute, ich hab’s kapiert und glaubt mir: ich habe dafür bitter bereuen müssen! Diese zwei Wochen vor der Prüfung… neeee, das war echt Sch… ähm ja, nicht schön.

Und er hat’s dann auch echt noch spannend gemacht – mit dem dritten Ansetzen ist er reingesprungen, rüber geschwommen, hat sich auf die Schleppe einweisen lassen und hat den Vogel heim gebracht!! Booooaaaahhhh, meine Nerven…;-)

Und jetzt haben wir die PnS BESTANDEN!!!

Es war wie immer eine hervorragend organisierte und fair durchgeführte Prüfung. Besonderen Dank hier an den Richterobmann Manfred Grassl, seiner Frau Sibille, den weiteren Richtern Max Bornschlegl und Ludwig Edbauer.

Und dann natürlich meinem „Schatzi“ Matthias, der bestimmt noch in dieser Woche ausgezogen wäre, wäre es nicht sein Haus! Und Nici und Michi für das akute Wassertraining und Heiko, der mich mit dem Einweisen so schnell „voran“ gebracht hat… und Lydia und Detlef Münnich, für diesen Wahnsinns Hund. Und danke Sandra, dass wir wieder gemeinsam gestartet sind – es gibt auf der ganzen Welt keinen besseren Mitfieberer als Dich und nochmals herzlichen Glückwunsch auch Euch für die geniale Leistung mit Deinem Gustl.
Zum Abschluss möchte ich noch mal hier kundtun, dass auch Show-Golden sehr wohl in der Lage sind, hervorragende jagdliche Leistungen zu liefern. Das ist wie in der Arbeitswelt – dort gibt es auch sehr hübsche Retriever. 

Btw: Ich glaube, Carlos ist der einzigste Show-Golden mit bestandener PnS Prüfung in Deutschland – dafür kriegt er zum ganzen Extra-Pansen auch noch ein besonderes dickes Busserl vom Frauli.

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