Eine kurze Bitte an alle Dummybegeisterte:

Bitte verwendet uns zur Verfügung gestellte Reviere VOR und NACH Seminaren/Prüfungen nicht ungefragt als Trainingsgelände.
Wir sind froh um jedes Revier, das wir nutzen können bzw. dürfen und wollen diese Möglichkeiten auf diese Art und Weise nicht verlieren. Es ist nicht leicht geeignete Reviere zu finden, in denen wir (immer mal wieder) Veranstaltungen durchführen können.
Wir bitten um Euer Verständnis!

Aus Panamas Tagebuch
von Uschi Wieland

Mantrailing Seminar mit Andrea Millet

Ich finde es gut, dass Frauchen sich immer etwas einfallen lässt, damit wir zusammen Spaß haben und Neues lernen. Diesmal war ich aber doch etwas überrascht, dass sie mitten im Winter ein Seminar bucht, wo sie doch so verfroren ist.

Mantrailing Seminar 2012

Mantrailing steht auf dem Programm und wir sind beide gespannt, was da auf uns zukommt.

Am Samstag Früh geht es in Ursbach los. Auf dem schönen Begegnungshof Mayerhofer kenne ich mich schon gut aus, weil wir hier schon mehrere Seminare besucht haben. Heute ist hier alles weiß gepudert vom Schnee.

Die Lamas sind gar nicht draußen - ob es denen wohl zu kalt ist?

Wir sind neun Teams: einige haben schon Erfahrung in Sachen Mantrailing, und es gibt auch ein paar Neulinge, zu denen auch Frauchen und ich gehören.

Wir werden ganz freundlich von Andrea Millet begrüßt und dann geht es erstmal mit einer Übungsrunde für unsere Menschen los. Sie müssen nämlich die richtige Leinenführung lernen. Dazu spielt ein Mensch den Hund und der andere ist der Hundeführer.

Wir Hunde schauen natürlich genau zu, wie sich unsere Menschen anstellen.

Die Leine darf nicht durchhängen und der Hundeführer muss immer hinter seinem Hund sein - gar nicht so einfach, wenn der Hund mal schneller und mal langsamer läuft und plötzlich abbiegt.

Mit viel Humor gibt Andrea jedem einzelnen Tipps, und bald schon sieht es ganz ordentlich aus.
Dann bekommen wir eine kurze Einführung, worum es beim Mantrailing geht.

Wir Hunde sollen Menschen anhand ihres Individualgeruchs finden. Das „Opfer" versteckt sich und der Hund bekommt ein Kleidungsstück vor die Nase damit er weiß, nach wem er suchen soll. Immer der Nase nach, heißt die Devise!

Die erfahrenen Mantrailer bekommen gleich schwierigere Aufgaben gestellt, zum Beispiel einer Spur folgen, die plötzlich endet oder aus einer Reihe von mehreren Menschen den richtigen finden. Ich bin echt beeindruckt, wie gut meine Kumpels das machen. Ob ich das wohl auch lerne?

Bei mir geht es ganz einfach los. Das „Opfer" zeigt mir den Jackpot mit meiner Lieblingsbelohnung Hühnchenfleisch und verschwindet dann um die Ecke. Ich stecke meine Nase in die Tüte mit dem Kleidungsstück, und dann geht es mit dem Kommando „Google" los. Ich flitze los, und mein Frauchen folgt mir an der langen Leine. Gefunden! Um anzeigen, dass ich beim richtigen Menschen angekommen bin, muss ich mich hinsetzen. Und dann kommt das Beste: die Belohnung. Ich darf den ganzen Jackpot futtern! Die zweite Runde schließt sich gleich an, und das Versteck ist diesmal schon ein bisschen weiter weg.

Aber auf meine Nase kann ich mich verlassen.

Nach den beiden ersten Runden ist erstmal Ausruhen angesagt. Für uns Hunde ist es nämlich ziemlich anstrengend, unsere Nase einzusetzen und so konzentriert zu arbeiten.
Für den nächsten Durchgang bin ich topfit und suche mein „Opfer" diesmal in einem kleinen Waldstück. Frauchen muss immer hinter mir her - das ist ein Spaß, vor allem, wenn es über Stock und Stein und über kleine Bäche geht.

In der Mittagspause dürfen wir Hunde uns ausruhen und unsere Menschen stärken sich mit Suppe und Waffeln. Ist ja wieder mal typisch, dass sie uns nichts von den leckeren Sachen abgeben!

Am Nachmittag fahren wir nach Rohr und trailen in der Ortschaft. Das ist eine echte Herausforderung, weil es da so viele Gerüche gibt. Da könnte man leicht in Versuchung geraten und sich ablenken lassen. Aber natürlich sind wir alle immer voll bei der Sache und meistern auch hier alle Aufgaben mit Bravour.

Frauchen meint, ich soll nicht übertreiben. Also gut, wir sind fast immer voll bei der Sache und lassen uns höchstens ab und zu von einer anderen Spur ablenken. Ein bisschen Zeitungslesen ist doch unerlässlich, wenn man auf dem Laufenden sein will.

Wenn einer von uns sich nicht mehr konzentrieren kann oder einer der Senioren müde wird, dann bekommt er eine leichtere Aufgabe gestellt. Das stimmt Andrea immer ganz genau auf die einzelnen Teams ab. Sie macht das wirklich klasse und wir haben von der ersten bis zur letzen Minute bei jedem Trail großen Spaß. Schließlich fahren wir zufrieden zurück nach Ursbach.

Dort steht dann eine Videoanalyse auf dem Programm. Thorsten, der Mann von Andrea, hat uns alle bei den Trails gefilmt. Die Filme schauen sich unsere Menschen an, und Andrea erklärt auf ihre lockere und sympathische Art, wie wir es beim nächsten Mal noch besser machen können.

Bevor wir nach Hause fahren, will Frauchen, dass ich aufstehe, damit sie mir mein Autogeschirr anziehen kann. Ich bin aber so müde, dass ich mich wohlig grunzend in meine Decke kuschle und nur ein bisschen mit dem Schwanz wedle. Schließlich habe ich ja richtig viel gearbeitet und ich bin froh, als Andrea meinem Frauchen auch nochmal erklärt, dass die Nasenarbeit für uns sehr anstrengend ist. Unsere Menschen sollten sich viel öfter bewusst machen, dass wir ganz schön viel für sie leisten!

Am nächsten Tag treffen wir uns morgens wieder in Rohr, um dort zu trailen.

Diesmal hat sich Andrea wieder ganz neue Verstecke für die Opfer ausgedacht mit Kreuzungen, Weggabelungen und Treppen. Da ist volle Konzentration gefragt! Aber wir sind ja alle Supernasen und lösen auch diese Herausforderungen. Andrea ist ja auch immer dabei und gibt unseren Menschen Tipps, damit wir Hunde unseren Job ungestört machen können. Da müssen unsere Menschen lernen, uns einfach mal zu vertrauen - schließlich haben wir die besseren Nasen!

Ein paar Bilder:

Unsere Senioren sind auch mit vollem Eifer bei der Sache und schalten den Turbo ein, um möglichst schnell zu dem Opfer und der begehrten Belohnung zu kommen. Balou ist sogar so schnell, dass Thorsten mit der Kamera nicht mitkommt! Man sieht auf dem Film nur noch, wie Balous Frauchen hinter ihm herflitzt und gerade noch das Gleichgewicht halten kann.
Dann geht es zurück nach Ursbach zum Mittagessen für die Menschen und einer wohlverdienten Pause für uns.

Für den Nachmittag hat Andrea sich noch etwas ganz Besonderes ausgedacht. Jeder Hund darf zum krönenden Abschluss seinen eigenen Menschen suchen.
Da macht das Ganze gleich noch mehr Spaß! Und eine dicke Belohnung gibt es natürlich auch. Als wir wieder alle glücklich mit unseren Menschen vereint sind, gibt es noch ein wenig Theorie und die Videoanalyse vom Vormittag.

Bei der Abschlussrunde erzählen alle Teilnehmer, dass ihnen die beiden Tage sehr gut gefallen haben, und mein Herrchen sagt sogar, dass er ganz begeistert ist, weil ich so viel kann. Ich bin auch sehr stolz auf mich, als ich das höre. Die anderen Hunde finden es auch klasse, dass sie ihren Menschen mal zeigen konnten, was für tolle Nasen sie haben.

Hoffentlich gibt Andrea nächstes Jahr wieder einen Kurs, denn ich möchte unbedingt wieder dabei sein!

Eure Panama

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